Februar 2017

 


 

Hier der Download zur Mustereinwendung.

Allgemeine Information zum Planfeststellungsverfahren finden Sie hier.

Weitere Informationen auch im Internet unter www.irp-bw.de auf den Seiten vom Hochwasserückhalteraum Breisach/Burkheim.

 

Aufruf zu Einwendungen gegen den Antrag auf Planfeststellung für den Bau und Betrieb des Hochwasserrückhalteraums Breisach-Burkheim


Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
wie Sie aus dem Mitteilungsblatt schon entnehmen konnten, liegen derzeit die Planungsunterlagen zum Planfeststellungsverfahren im Rathaus Sasbach und in der Ortschaftsverwaltung Jechtingen aus. Diese Unterlagen sind sehr umfangreich und auch kompliziert; bei der möglichen Einsichtnahme wird man aufgrund der Fülle von über 20 Ordnern eher abgeschreckt.
Ich möchte deshalb versuchen, in einer kurzen Zusammenfassung die wichtigsten Punkte einer möglichen Betroffenheit für unsere Gemeinde aufzuzeigen und Sie auch bitten von Ihrem Recht auf Einwendungen gegen das Verfahren rechtzeitig bis zum 22.02.2017 Gebrauch zu machen, später eingehende Betroffenheiten / Einwände können keine Rechtswirkung mehr erzielen.
Die Gemeinde Sasbach ist flächenmäßig nur mit der Gemarkung Jechtingen betroffen, die Auswirkungen können aber die gesamte Gemeinde treffen.
Durch die sogenannten ökologischen Flutungen soll durch künstliche Flutungen des zukünftigen Rückhalteraums die Natur an natürliche Hochwasserereignisse gewöhnt werden. An bis zu 20 Tagen im Jahr soll dafür im Bereich Breisach über ein Einlassbauwerk Wasser aus dem Rhein in den Polderraum geführt werden, welches dann auf Gemarkung Jechtingen über einen Querdamm beim Sponeck aufgestaut und über ein Auslassbauwerk wieder in den Rest-Rhein zurück geleitet wird.
Dieser sich harmlos anhörende Prozess führt dazu, dass bereits bei der geringen Einlassmenge von 7 m³/s es im Jechtinger Bereich zu großflächigen Aufstauungen von 25-50 cm, zum Teil bis zu über einen Meter kommt. Bei 65 m³/s ist nahezu der gesamte Bereich überflutet (siehe dazu die Kartenausschnitte).


Noch dramatischer ist die dabei entstehende Flutungsdauer, denn aus 20 Tagen Wassereinleitung entstehen bei uns bis zu 57 Tage Flutung, in denen das Wasser sich im Auslassbereich noch staut. Das bedeutet, dass mindestens für diesen Zeitraum die Fläche nicht mehr begangen werden kann und nicht mehr als Naherholungsgebiet zur Verfügung steht. Auch der Leinpfad am Rheindamm kann in dieser Zeit nicht benutzt werden.
Die langen Flutungszeiten verändern auch unseren Waldbestand, Arten wie der Ahorn vertragen die Nässe nicht, es wäre ein forstlicher Waldumbau notwendig, mit mehr Pappeln und Weiden. Dieser entstehende Sumpf wird ein Paradies für die Schnaken. Obwohl in unserer Gemeinde jetzt schon mit großem Aufwand eine Schnakenbekämpfung stattfindet, mussten wir z.B. im letzten Jahr wieder feststellen, dass insbesondere bei vielen kleinen Hochwassern (die ökologischen Flutungen sind dem sehr ähnlich) eine Bekämpfung nur sehr unzureichend funktioniert hat.
Das ist nicht nur für uns mehr als lästig und schränkt uns in unserer Lebensqualität ein; ob die Touristen dann weiterhin zu uns kommen, die Gastronomie stärken und Wein in den Winzergenossenschaften kaufen??
Völlig unklar ist auch, wie sich die langen Einstauzeiten auf das Grundwasser bzw. Druckwasser auswirken. Dies trifft nicht nur die landwirtschaftliche Nutzung, sondern ggf. auch den Sportverein Jechtingen oder den Hundesportverein mit ihren Vereinsgeländen.
Verschärfen könnte sich die Situation noch durch das nächste Planungsverfahren Wyhl-Weisweil. Hier wird auf Gemarkung Sasbach das Einlassbauwerk für diesen Polder sein.
Wir verhält sich das Wasser zwischen den Bereichen Burkheim und Wyhl? Wir stecken dazwischen!!
Eine Vielzahl dieser Probleme hängen direkt mit den ökologischen Flutungen zusammen. Bei der von der Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention vorgeschlagenen „Schlutenlösung Plus“ wären die Eingriffe in die Natur und auch die Auswirkungen für uns deutlich geringer. Bei der Schlutenlösung sollen bestehende und zum Teil auch schon verlandete Schluten und Altrheinarme ausgebaggert werden und miteinander verbunden werden. Durch dieses Netz könnte dann das abgeleitete Rheinwasser fließen.
Die eingestauten Flächen wären dadurch viel geringer und auch für Schnaken weniger attraktiv. Der Rheinwald und auch der Leinpfad blieben weiterhin begehbar, die Einschränkungen für Einheimische und Gäste minimal. Deshalb sollten wir die „Schlutenlösung Plus“ fordern.
Soweit diese, aus welchen Gründen auch immer vom Planungsträger abgelehnt wird, müssen wir eine deutlich kürzere Flutungszeit und Flutungsdauer bei den ökologischen Flutungen fordern. Auf unserer Webseite www.sasbach.eu werden wir zusätzlich informieren und auch Mustereinwendungen zum herunter laden bereitstellen.
Auch im Namen von Herrn Ortsvorsteher Dr. Morgenstern fordern wir die Bevölkerung auf, sich möglichst intensiv zu informieren und dann rechtzeitig und in großer Zahl ihre Einwendungen schriftlich vorzubringen. Die Einwendungen müssen bis spätestens den 22.02.2017 im Rathaus vorliegen.
Der Gemeinderat wird sich in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am 15.02.2017 mit dem Thema befassen und die Einwendungen der Gemeinde beschließen.


Ihr Jürgen Scheiding
Bürgermeister

 

 

Hier der Download zur Mustereinwendung.

Allgemeine Information zum Planfeststellungsverfahren finden Sie hier.

Weitere Informationen auch im Internet unter www.irp-bw.de auf den Seiten vom Hochwasserückhalteraum Breisach/Burkheim.

 


 



Helferkreise Sasbach / Jechtingen


Die Helferkreise können unter folgenden E-Mail Adressen erreicht werden:
Helfergruppe Sasbach: helfer.sasbach.schlossgasse@t-online.de
Helfergruppe Jechtingen: HK-Jechtingen@outlook.de